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Freeware Plugin der Woche: Dreckiges Mastern mit CamelCrusher

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Nicht alles, was gut ist, muß Geld kosten. Das trifft auch auf Audio-Software zu. Wer sich mit den wichtigsten Plugins versorgen will, muss dafür nicht unbedingt löhnen – oft gibt es zu kommerziellen Produkten auch kostenlose Alternativen, die manchmal sogar besser sind. Eine inzwischen schon legendäre Auflistung für Windows-User hat Adrian Anders auf Create Digital Music kompiliert. Die Liste wird immer wieder auf den neuesten Stand gebracht und ist ein Sammelsurium an Effekten, Instrumenten, Synthies und vielen anderen Plugins.

Gold versus Schrott

Unter der Vielzahl von erhältlicher Freeware befinden sich immer wieder Goldstücke, die wirklich brauchbar sind und tolle Ergebnisse bringen. Leider müssen diese Schätze erst aus dem Meer der Freeware geborgen werden – genau das mache ich für euch in der Reihe “Freeware Plugin der Woche“. Jede Woche stelle ich euch ein Plugin vor, das es geschafft hat, mich zu beeindrucken und sich vom Rest der kostenlosen Software abhebt.

CamelCrusher – Dampfhammer per Tastendruck

Den Beginn mache ich mit CamelCrusher von CamelAudio. CamelCrusher kombiniert eine Distortioneinheit, einen resonanzfähigen Lowpass-Filter und einen Kompressor. So kann es eine Vielzahl von Tönen und Texturen erzeugen. CamelCrusher macht müde Signale munter und pumpt sie schön auf. Ich nutze ihn hauptsächlich, um ihn auf die Masterspur eines Live-Sets zu legen und dieser dadurch noch mehr Punch zu geben. Das Preset Subtle Master eignet sich hervorragend dafür – danke an Mario Rampitsch von LE TAMTAM für diesen Tipp. Genauso gut macht er sich aber auch auf Gitarren- und Drumspuren, was laut Hersteller auch das eigentliche Einsatzgebiet ist.

Der CamelCrusher dürfte den meisten von euch schon bekannt sein, wer ihn noch nicht kennt, sollte ihn sich schleunigst herunterladen, denn dieses Plugin darf in keinem guten Haushalt fehlen!

Was sind eure Erfahrungen mit CamelCrusher? Kennt ihr weitere unorthodoxe Anwendungen dafür? Bitte posten!

Donwload:
Plugin-Homepage bei CamelAudio

Systemvoraussetzungen:
Windows: VST-Host, Mac: OS X 10.3.9 aufwärts, AudioUnit – oder VST-Host





Effectrix – Plugin mit hohem Spaßfaktor (Windows und Mac)

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Effectrix ist eine Kombination von 14 verschiedenen Filtern, die über einen Step-Sequencer gesteuert werden. Damit ist es perfekt für den Live-Einsatz geeignet. Einfach ein paar Blöcke im Sequencer setzen und schon hat man neue Strukturen aus einem Loop gezaubert. Wenn einem gar nichts mehr einfällt, drückt man den Chaos-Button und lässt sich von den dadurch generierten Zufallseinstellungen überraschen. Im Screencast zeige ich euch ein paar der vielen Möglichkeiten, wie man damit schnell interessante Effekte erzielt.

Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich, selbsterklärend – und bunt. In allen Regenbogenfarben schimmern einem die einzelnen Filter entgegen, was ein klarer Vorteil für den Live-Einsatz ist, weil man dadurch jeden Block im Sequencer mit einem Blick dem richtigen Effekt zuordnen kann. Ich bin schon richtig heiß auf meinen nächsten Gig, bei dem Effectrix sicher zum Einsatz kommen wird!

Die Entwicklerfirma Sugar Bytes hat ein sehr innovatives Plugin vorgelegt, das vor allem auch den Spaß am Musik machen in den Vordergrund rückt. Sugar Bytes hat auch noch andere interessante Plugins im Angebot und ich denke, wir werden diesen Namen noch öfter lesen.

Am Ende dieser Lobeshymne muß ich fairerweise auch erwähnen, dass der Preis des Plugins mit 99€ leider eher im oberen Bereich angesiedelt ist. Windows-User dürfen aufatmen, für sie gibt es eine kostenlose Altervative: Das VST-Plugin Glitch ist ähnlich aufgebaut wie Effectrix.

Preis: 99€
Systemvoraussetzungen:
Windows: VST, Mac: VST/AudioUnit
Demo-Download bei Sugar Bytes (Demo deaktivert Audio nach 30 Minuten)

Gewinne SONAR 8 Studio bei delamar

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Wer sich oder anderen zu Weihnachten gerne was für’s Studio schenken möchte, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen, der lese weiter: Auf delamar gibt es die Produktionsumgebung SONAR 8 Studio von Cakewalk im Wert von 299,- Euro zu gewinnen. Alles weitere zur Teilnahme erfährst du hier.

Vitamin L für Ableton Live: Schneller Arbeiten mit Maus und Tastatur

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Warum es in Ableton Live bis jetzt noch nicht möglich ist, eigene Tastaturkürzel für Menübefehle zu definieren, ist mir ein Rätsel. Eigentlich eines der benutzerfreundlichsten Programme, ist die Wichtigkeit dieser Funktion an den Entwicklern bisher leider vorbei gegangen.

Für Windows XP-User gibt es eine wirkliche Erleichterung: Vitamin L, das “workflow enhancement tool for Ableton Live“. Vitamin L ist ein kleines Programm, das im Hintergrund läuft und dem User unter anderem folgendes bietet:

  • Ein erweitertes Repertoire von über 100 Keyboard-Shortcuts
  • Kontext-abhängige Scrollrad-Funktionen
  • Schnellere Navigation in der Timeline
  • Automationswerkzeuge
  • Power-Zoom mit dem Scrollrad

Vitamin L bringt mich als alten Mac-Fan in die eigenartige Lage, Windows-User zu beneiden… Hoffentlich hat Live 8.0 all die großartigen Erweiterungen von Vitamin L von Haus aus dabei!

Auf der Website von Tonearm gibt es Vitamin L zum Download. Laut Entwickler wird Ableton Live 6 oder 7 und Windows XP benötigt.

Processing 1.0 erschienen: Open Source Programmiersprache für Audio und Video

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Die Open Source Programmiersprache Processing ist dem Beta-Stadium entwachsen, in dem sie sich jahrelang befunden hatte. Zeit ist’s geworden, sind damit doch schon einige außergewöhnliche Dinge produziert worden. Für diejenigen, die Processing noch nicht kennen, hier beispielhaft ein Video, das mit dieser Software erstellt wurde – Glenn Marshalls Visualisierung von Bodysnatching von Radiohead. (Achtung, Ton kommt erst bei Sekunde acht)


Bodysnatchers – Zeno Music Visualiser from Glenn Marshall on Vimeo.

Processing ist eine ausgezeichnete Alternative zu proprietärer Software mit teuren Lizenzen. Dank des Open Source Status treibt eine große Gemeinde die Enwicklung voran. Die Software läuft unter Mac OS, Windows und Linux und wurde im Jahr 2005 mit dem Prix Ars Electronica in der Kategorie Net Vision/Net Excellence ausgezeichnet.

Kennt ihr weitere interessante Anwendungen von Processing? Bitte in den Kommentaren posten.

Monome – “das Ding mit bunten Lichtern”

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Was hier abgebildet ist, wird von den Mädels vom Justmag auf geniale Weise beschrieben als “Ding mit bunten Lichtern, das wir unbedingt auch haben wollen.” Dieses “Ding” heißt Monome und kommt bei Live-Auftritten meiner Band Fiago zum Einsatz. Es ist, abgesehen von seiner Funktion als Blickfänger, im Grunde ein MIDI- und OSC-Controller mit interaktivem Display und besteht aus einer Matrix von Knöpfen, die durch orange LEDs beleuchtet werden können. Es ist in seiner Funktion ähnlich dem Tenori-On von Yamaha.

Das oben abgebildete Gerät hat 16×16 Buttons, es gibt auch Ausfertigungen mit 8×8 oder 16×8 Buttons. Das Monome wird über eine USB-Schnittstelle an den Rechner angeschlossen und ist (zumindest in meiner Version) nicht Bus-Powered, benötigt also eine eigene Stromquelle. Die Software, die zwischen Monome und Computer vermittelt, läuft unter Mac, Windows und Linux.

Anwendungsmöglichkeiten

Das Gerät selbst hat noch keine eingebauten Funktionen. Um es zum Leben zu erwecken, benötigt man eine der vielen frei erhältlichen Applikation, die man von der Herstellerseite herunterladen kann. Damit kann das Monome z.B. als Step-Sequencer, Sampler, Synthesizer, als Playground für „Pong“ oder als reines Grafik-Device verwendet werden. Die Community-Seite des Herstellers ist Treffpunkt für viele Programmierer, die immer wieder neue Anwendungen entwickeln. Die meisten davon sind Patches für Max/MSP, PD oder VST-Plugins.

Das meiner Meinung nach interessanteste Plugin heißt „Molar“ und ist eine Kombination aus Step-Sequencer und Sample-Slicer. Es ist als VST- oder AU-Plugin erhältlich und man kann damit einige verrückte Dinge anstellen, zB im Live-Betrieb Samples aufnehmen, zerhacken und wieder zusammensetzen. Hier ein Beispiel für den Einsatz von Molar:

Der Entwickler dieses Plugins ist unglaublich engagiert und bietet sehr oft Updates an, wobei er gerne auf die Wünsche der User eingeht (siehe Molar-Thread der Monome-Community).

Design und Herstellung: Minimalismus und Nachhaltigkeit

Das Design der Geräte besticht in jeder Hinsicht: Gehäuse aus Wallnussholz, Deckplatte aus eloxiertem Aluminium ohne sichtbare Schrauben, alles sehr sauber und einwandfrei ausgeführt. Eigentlich könnte man sich das Ding als minimalistisches Design-Objekt an die Wand hängen. Dafür ist es dann aber doch zu teuer: die 16×16-Variante kostet knapp 1100$. Dazu kommen noch ungefähr 290€ Zoll und Transportkosten (Österreich). Wer das nötige Kleingeld hat, muss sich trotzdem auf eine längere Wartezeit einstellten – es werden immer nur 100 Stück pro Serie produziert, die aktuelle Serie war innerhalb von zwei Minuten durch Vorbestellungen ausverkauft.

Produziert wird das Monome von einer kleinen Gruppe von Enthusiasten im amerikanischen Philadelphia. Die Hersteller verzichten dabei auf bleihaltige Komponenten und andere toxische Substanzen, arbeiten mit lokalen Lieferanten zusammen und verwenden recycelbare Verpackungen – alles im Sinne einer gelebten Nachhaltigkeit.

Fazit

Ich benutze mein Monome seit einem halben Jahr und es hat meine Arbeitsweise beim Produzieren von elektronischer Musik grundlegend verändert. Hier trifft wieder mal die alte Weisheit zu: Die verwendeten Werkzeuge prägen das Kunstwerk entscheidend mit und neue Werkzeuge lassen neuartige Werke entstehen. Das zeigt auch das erste “All-Monome-Album”, das es hier zum Download gibt.

Mit einem Monome hat man im wahrsten Sinne des Wortes etwas in der Hand – man kann auf echten Knöpfen drücken, anstatt am Bildschirm zu klicken. Und das bringt mich zum grössten Pluspunkt des Monome: Es macht verdammt viel Spass!