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Monome – “das Ding mit bunten Lichtern”

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Was hier abgebildet ist, wird von den Mädels vom Justmag auf geniale Weise beschrieben als “Ding mit bunten Lichtern, das wir unbedingt auch haben wollen.” Dieses “Ding” heißt Monome und kommt bei Live-Auftritten meiner Band Fiago zum Einsatz. Es ist, abgesehen von seiner Funktion als Blickfänger, im Grunde ein MIDI- und OSC-Controller mit interaktivem Display und besteht aus einer Matrix von Knöpfen, die durch orange LEDs beleuchtet werden können. Es ist in seiner Funktion ähnlich dem Tenori-On von Yamaha.

Das oben abgebildete Gerät hat 16×16 Buttons, es gibt auch Ausfertigungen mit 8×8 oder 16×8 Buttons. Das Monome wird über eine USB-Schnittstelle an den Rechner angeschlossen und ist (zumindest in meiner Version) nicht Bus-Powered, benötigt also eine eigene Stromquelle. Die Software, die zwischen Monome und Computer vermittelt, läuft unter Mac, Windows und Linux.

Anwendungsmöglichkeiten

Das Gerät selbst hat noch keine eingebauten Funktionen. Um es zum Leben zu erwecken, benötigt man eine der vielen frei erhältlichen Applikation, die man von der Herstellerseite herunterladen kann. Damit kann das Monome z.B. als Step-Sequencer, Sampler, Synthesizer, als Playground für „Pong“ oder als reines Grafik-Device verwendet werden. Die Community-Seite des Herstellers ist Treffpunkt für viele Programmierer, die immer wieder neue Anwendungen entwickeln. Die meisten davon sind Patches für Max/MSP, PD oder VST-Plugins.

Das meiner Meinung nach interessanteste Plugin heißt „Molar“ und ist eine Kombination aus Step-Sequencer und Sample-Slicer. Es ist als VST- oder AU-Plugin erhältlich und man kann damit einige verrückte Dinge anstellen, zB im Live-Betrieb Samples aufnehmen, zerhacken und wieder zusammensetzen. Hier ein Beispiel für den Einsatz von Molar:

Der Entwickler dieses Plugins ist unglaublich engagiert und bietet sehr oft Updates an, wobei er gerne auf die Wünsche der User eingeht (siehe Molar-Thread der Monome-Community).

Design und Herstellung: Minimalismus und Nachhaltigkeit

Das Design der Geräte besticht in jeder Hinsicht: Gehäuse aus Wallnussholz, Deckplatte aus eloxiertem Aluminium ohne sichtbare Schrauben, alles sehr sauber und einwandfrei ausgeführt. Eigentlich könnte man sich das Ding als minimalistisches Design-Objekt an die Wand hängen. Dafür ist es dann aber doch zu teuer: die 16×16-Variante kostet knapp 1100$. Dazu kommen noch ungefähr 290€ Zoll und Transportkosten (Österreich). Wer das nötige Kleingeld hat, muss sich trotzdem auf eine längere Wartezeit einstellten – es werden immer nur 100 Stück pro Serie produziert, die aktuelle Serie war innerhalb von zwei Minuten durch Vorbestellungen ausverkauft.

Produziert wird das Monome von einer kleinen Gruppe von Enthusiasten im amerikanischen Philadelphia. Die Hersteller verzichten dabei auf bleihaltige Komponenten und andere toxische Substanzen, arbeiten mit lokalen Lieferanten zusammen und verwenden recycelbare Verpackungen – alles im Sinne einer gelebten Nachhaltigkeit.

Fazit

Ich benutze mein Monome seit einem halben Jahr und es hat meine Arbeitsweise beim Produzieren von elektronischer Musik grundlegend verändert. Hier trifft wieder mal die alte Weisheit zu: Die verwendeten Werkzeuge prägen das Kunstwerk entscheidend mit und neue Werkzeuge lassen neuartige Werke entstehen. Das zeigt auch das erste “All-Monome-Album”, das es hier zum Download gibt.

Mit einem Monome hat man im wahrsten Sinne des Wortes etwas in der Hand – man kann auf echten Knöpfen drücken, anstatt am Bildschirm zu klicken. Und das bringt mich zum grössten Pluspunkt des Monome: Es macht verdammt viel Spass!




Circle Soft-Synth: lecker Design und innovative Bedienung

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Seit gestern kann man sich auf der FAW-Website den neuen Soft-Synth Circle herunterladen. Ich habe es schon getan und bin begeistert von den Features dieses Teils.

Im Grunde ist Circle ein Wavetable- und Analog-Synthesizer, wie es auch viele andere gibt. Was aber auf den ersten Blick auffällt und ihn von anderen Synthies unterscheidet, ist das cleane und ansprechende Design der Benutzeroberfläche, sowie die innovative und sehr einfache Bedienung. LFOs und Envelopes sind farbkodiert und anstatt virtuelle Kabel zu stecken, zieht man einfach einen der farbigen Punkte an eine freie Stelle und schon macht der LFO dort seine Arbeit.


FAW beschreibt das mit den Worten “Visually Design Sounds”. Ein weiteres Feature ist die “Midi Learn” Funktion, die allen Ableton Live Benutzern bekannt sein wird und auch stark am Original angelehnt ist. Daneben unterstützt Circle auch OpenSoundControl und kann damit beispielsweise direkt von einem Monome oder Lemur kontrolliert werden.

Auf der Hersteller-Website gibt es hier einige interessante Screencast (”Guided Tour”). Und ein ausführliches Interview mit den Machern von Circle findet sich auf Create Digital Music.

Wer die Einfachheit von Ableton Live liebt, wird auch Circle lieben! Die Hersteller haben bewusst darauf verzichtet, den “besten” oder “leistungsfähigsten” Synthie zu entwerfen. Stattdessen haben sie den Fokus darauf gelegt, die eigentliche Arbeit mit dem Tool möglichst einfach und schnell zu machen – das ist ihnen auch wunderbar gelungen. Circle verschanzt sich nicht hinter unzähligen Funktionen, die keiner braucht (und niemand versteht) sondern reduziert sich auf die wesentlichen Dinge. Einzig der relativ hohe Preis von 149€ erfreut mich nicht gerade, aber was soll`s. Ich werd mir das Teil trotzdem kaufen, soviel ist mir die Innovation und der Spaß wert. Ein ausführlicher Test, vielleicht auch ein Screencast, wird in den nächsten Wochen hier folgen.