Touched Echo von Markus Kison ist eine Klanginstallation im öffentlichen Raum auf der Brühlschen Terrasse in Dresden. Die Besucher werden aufgefordert, sich mit den Ellbogen auf dem Brückengeländer abzustützen. Durch das Prinzip des Knochenschalls werden dabei Geräusche von Flugzeugen und Explosionen hörbar – die Nacht der fast vollständigen Zerstörung Dresdens am 13.2.1945 wird akustisch erlebbar.
Außenstehende Beobachter haben den Eindruck, als würden sich die Zuhörer die Ohren zuhalten, um einem lauten Geräusch zu entkommen – was thematisch ja auch zum Sound passt, den sie wahrnehmen. Das Prinzip des Knochenschalls kennt man unter anderem von Musikern, die sich die Stimmgabel an den Kopf halten, um den Ton hören zu können. Dabei wird der Schall über den Schädelknochen und unter Umgehung des Mittelohres direkt an das Innenohr weitergeleitet.
Ein sehr gelungene Installation, wie ich finde. Auf der Website von Markus Kison finden sich auch noch weitere interessante Projekte.
Hier ein wunderbares Beispiel eines musikalischen Automaten, angefertigt von Felix Thorn. Der britische Künstler hat eine Reihe von Maschinen entwickelt, die ganze Serie bezeichnet er selbst als Felix’s Machines. Sie bestehen unter anderem aus Teilen von Klavieren, Glockenspielen, Schlagzeugen, Kerzenständern oder Weckern, zusammengehalten von Drähten, Holz und Metall.
Die Kompositionen kommen aus Felix Thorns Hand und werden über einen Computer an die mechanischen Teile übertragen. Jede ausgelöste Note hat auch eine visuelle Komponente – an jedem Klangerzeuger ist eine Leuchtdiode angebracht, die synchron zum Klang aufleuchtet. Dazu der Künstler:
I think it makes it easier because the structure of the music is spelt out visually. For example, if I played my mum a powerful piece of Breakcore-Electronica, she would most probably hate it. If the machines performed the exact same piece, she would enjoy it. Rhythmic structures in music are mathematically interesting and it’s good to see them.
Felix’s Machines sollen keine menschliche Performance nachbilden, wie es z.B. das automatische Klavier tut, sondern für sich selbst stehen und den Zuhörer an der Aufführung einer Maschine teilhaben lassen. Die Maschinen treten auch live auf, wobei sich der Künstler im Hintergrund hält und die Automaten den Auftritt alleine bestreiten. Falls sich ein Go Make Music-Leser in London aufhalten sollte, hat er noch bis 18 Januar die Chance, die Maschinen in der Gasworks Gallery zu sehen.
Schade, dass der Künstler sich nicht die Mühe gemacht hat, ein ordentliches Video seiner Arbeit anzufertigen – die optische Komponente ist in diesem Werk genauso wichtig wie die akustische und kommt im obigen Video nur schlecht zur Geltung.
Ein Interview mit Felix Thorn ist hier nachzulesen.