Archive for 'Monome'

Bachs Menuett in G auf dem Monome gespielt

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Das Monome ist wohl nicht unbedingt das beste Instrument, um darauf Bach zu spielen – anscheinend geht es aber doch, wie obiges Video beweist. Ganz gut gemacht, wie ich finde, denn es sieht sicher leichter aus, als es ist. Nur die Triller hat der Interpret ausgelassen…




Mit dem Monome und incisor Audio und Video zerstückeln

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Eine neue Erweiterung des Monome-Klassikers Molar bringt uns endlich das Slicing von Video. Incisor heißt das Teil, das gerade in der Version 0.1 erschienen ist. Damit wird das Monome in Zukunft wohl auch für VJs sehr interessant werden.

Links
Incisor auf Google Code

Neue Monome-Software: Sample-Slicing mit mlrV

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mlrV ist ein Patch für Max 5 und derzeit der Hype in der Monome-Community. Es ist eine Weiterentwicklung von Brian Crabtrees mlr. Damit können Samples aufgenommen, geloopt und zerstückelt werden. Trent Gill hat den vorhandenen Patch umgestaltet und um diese Dinge erweitert:

  • Übersichtliches Interface mit größeren Anzeigeelementen (gut, wenn man möglichst wenig auf den Bildschirm sehen will – so hat man gleich alles im Blick)
  • Das Interface passt sich automatisch dem verwendeten Monome-Modell an
  • 2 neue Abspiel-Modi: One-Shot und Slice
  • Vollbild-Anzeige möglich
  • Delay, Volume und Tempo können per Tilt-Control (Neigungssensor) gesteuert werden
  • Über so genannte ‘Inserts’ kann mlrV schnell und einfach durch andere Max-Patches erweitert werden

Schnellstart-Anleitung

Ich hatte anfangs einige Schwierigkeiten, mlrV zum Laufen zu bringen, daher hier eine Schellstart-Anleitung:

  1. monomeserial starten (Achtung, Address Pattern Prefix auf ‘/mlr’ setzen)
  2. Max starten und den Patch ‘_mlrV’ laden. Wer keine Max-Vollversion hat, kann mlrV auch mit der kostenlosen Max-Runtime-Version starten.
  3. Soundkarte auswählen (Box im rechten unteren Bereich).
  4. ‘dac’ klicken, das aktiviert die Audioausgabe – die CPU-Auslastunganzeige sollte sich bewegen.
  5. Samples in das Feld ziehen, das mit ‘drop’ gekennzeichnet ist.
  6. Für jede Spur kann nun über das Dropdown-Menu ‘input_x’ ein Sample ausgewählt werden.
  7. Jede dieser Spuren kann über die entsprechende Reihe (plus 1) am Monome angesteuert werden – die erste Reihe ist mit Kontroll-Signalen belegt.

Fazit

Es macht Spaß, mit mlrV zu spielen und nachdem ich den Patch zum Laufen gebracht habe, ist innerhalb von 10 Minuten ein interessanter Track entstanden. Trotzdem ist meine Lieblings-Applikation für das Monome weiterhin molar, weil sie als Plugin direkt über Ableton Live angesprochen werden kann und andere Möglichkeiten für das Sample-Slicing bietet. mlrV hat wiederum den Vorteil einer übersichtlichen Benutzeroberfläche und der Erweiterbarkeit durch die neuen Inserts.

Am besten also selber testen und die Erfahrungen hier posten!

Links

mlrV
Monome
Max 5
Molar

Presetsurfer mit Monome und Wiimote

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Hier ein Mitschnitt einer Show meines elektronischen Alter Ego Presetsurfer beim Styrian Stylez Festival in Graz. Danke an die Jungs von Fruitmedia für’s Mitfilmen und Schneiden.

Das Konzept von Presetsurfer besteht aus zwei einfachen Grundregeln:

  1. Verwende nur fertige Soft-Synth-Presets und modifiziere sie nicht. Normalerweise habe ich immer den Zwang, Synthie-Presets zu verändern, so dass deren Herkunft nicht erkennbar ist. Presetsurfer macht es genau anders rum.
  2. Verwende den Computer nur als Klang-Generator, nicht als Controller. Die ganze Performance wird nur mit Monome und WiiMote gesteuert, der Computer bleibt im Hintergrund – kein buckliges Herumgefuzzle vor dem Screen!

Neben Monome und Wiimote sind im Einsatz: ein schwarzes Macbook, Ableton Live, ein Shure SM58 und die Native Instruments Audio Kontrol. Als Synths kommen Absynth und Massive zum Einsatz.

Monome – “das Ding mit bunten Lichtern”

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Was hier abgebildet ist, wird von den Mädels vom Justmag auf geniale Weise beschrieben als “Ding mit bunten Lichtern, das wir unbedingt auch haben wollen.” Dieses “Ding” heißt Monome und kommt bei Live-Auftritten meiner Band Fiago zum Einsatz. Es ist, abgesehen von seiner Funktion als Blickfänger, im Grunde ein MIDI- und OSC-Controller mit interaktivem Display und besteht aus einer Matrix von Knöpfen, die durch orange LEDs beleuchtet werden können. Es ist in seiner Funktion ähnlich dem Tenori-On von Yamaha.

Das oben abgebildete Gerät hat 16×16 Buttons, es gibt auch Ausfertigungen mit 8×8 oder 16×8 Buttons. Das Monome wird über eine USB-Schnittstelle an den Rechner angeschlossen und ist (zumindest in meiner Version) nicht Bus-Powered, benötigt also eine eigene Stromquelle. Die Software, die zwischen Monome und Computer vermittelt, läuft unter Mac, Windows und Linux.

Anwendungsmöglichkeiten

Das Gerät selbst hat noch keine eingebauten Funktionen. Um es zum Leben zu erwecken, benötigt man eine der vielen frei erhältlichen Applikation, die man von der Herstellerseite herunterladen kann. Damit kann das Monome z.B. als Step-Sequencer, Sampler, Synthesizer, als Playground für „Pong“ oder als reines Grafik-Device verwendet werden. Die Community-Seite des Herstellers ist Treffpunkt für viele Programmierer, die immer wieder neue Anwendungen entwickeln. Die meisten davon sind Patches für Max/MSP, PD oder VST-Plugins.

Das meiner Meinung nach interessanteste Plugin heißt „Molar“ und ist eine Kombination aus Step-Sequencer und Sample-Slicer. Es ist als VST- oder AU-Plugin erhältlich und man kann damit einige verrückte Dinge anstellen, zB im Live-Betrieb Samples aufnehmen, zerhacken und wieder zusammensetzen. Hier ein Beispiel für den Einsatz von Molar:

Der Entwickler dieses Plugins ist unglaublich engagiert und bietet sehr oft Updates an, wobei er gerne auf die Wünsche der User eingeht (siehe Molar-Thread der Monome-Community).

Design und Herstellung: Minimalismus und Nachhaltigkeit

Das Design der Geräte besticht in jeder Hinsicht: Gehäuse aus Wallnussholz, Deckplatte aus eloxiertem Aluminium ohne sichtbare Schrauben, alles sehr sauber und einwandfrei ausgeführt. Eigentlich könnte man sich das Ding als minimalistisches Design-Objekt an die Wand hängen. Dafür ist es dann aber doch zu teuer: die 16×16-Variante kostet knapp 1100$. Dazu kommen noch ungefähr 290€ Zoll und Transportkosten (Österreich). Wer das nötige Kleingeld hat, muss sich trotzdem auf eine längere Wartezeit einstellten – es werden immer nur 100 Stück pro Serie produziert, die aktuelle Serie war innerhalb von zwei Minuten durch Vorbestellungen ausverkauft.

Produziert wird das Monome von einer kleinen Gruppe von Enthusiasten im amerikanischen Philadelphia. Die Hersteller verzichten dabei auf bleihaltige Komponenten und andere toxische Substanzen, arbeiten mit lokalen Lieferanten zusammen und verwenden recycelbare Verpackungen – alles im Sinne einer gelebten Nachhaltigkeit.

Fazit

Ich benutze mein Monome seit einem halben Jahr und es hat meine Arbeitsweise beim Produzieren von elektronischer Musik grundlegend verändert. Hier trifft wieder mal die alte Weisheit zu: Die verwendeten Werkzeuge prägen das Kunstwerk entscheidend mit und neue Werkzeuge lassen neuartige Werke entstehen. Das zeigt auch das erste “All-Monome-Album”, das es hier zum Download gibt.

Mit einem Monome hat man im wahrsten Sinne des Wortes etwas in der Hand – man kann auf echten Knöpfen drücken, anstatt am Bildschirm zu klicken. Und das bringt mich zum grössten Pluspunkt des Monome: Es macht verdammt viel Spass!