Archive for 'Hardware'

Electro-Harmonix Voice Box: Vocoder, Harmonizer und ein richtig gutes Promovideo

Tags: , , , , , , ,

Lustig, wie sich manchmal Themenschwerpunkte ergeben: gestern habe ich mich über (schlechte) Promovideos ausgelassen und heute schon kann ich euch ein Beispiel für ein wirklich gutes Produkt-Video präsentieren. Oft sind diese Präsentationsvideos ja übel und zeigen Techniker, die keine Ahnung von Musik haben. Electro-Harmonix hingegen haben für ihr neues Produkt Voice Box Jack Conte und Nataly Dawn einen Song schreiben lassen und sie auch gleich gebeten, das Video dazu zu drehen – herausgekommen ist ein catchy Song, der wirklich Lust auf die neue Kiste macht. Die beiden betreiben gemeinsam übrigens das Projekt Pomplamoose Music und haben das interessante Konzept der VideoSongs erfunden. Diese sind ganz im Stile des obigen Voice Box Videos. Unbedingt mal diese Playlist der VideoSongs auf YouTube ansehen, die beiden machen wirklich beeindruckende Dinge. Nebenbei wirken sie äußerst sympathisch.

Voice Box

So, genug des Lobes für die unglaublich guten Pomplamoose, was kann das neue Produkt? Die Voice Box ist ein multifunktionaler Stimmen-Prozessor und kombiniert einen Vocoder mit einem Harmonizer in einem handlichen Gerät. Zitat des Herstellers:

Diana Ross had the Supremes, Brian Wilson had the Beach Boys, Kraftwerk had The Robots. You have the Voice Box.

Naja, nicht alles was hinkt ist ein Vergleich oder so. Jedenfalls bekommt man mit der Harmonize-Funktion 2-4 zusätzliche Stimmen, deren Harmonie sich nach dem Audio-Input richtet, mit dem man die Kiste füttert. Das kann jedes beliebige Instrument sein – z.B. Gitarre oder Keyboard.

Weitere Features der Voice Box:

  • klassische Vocoder-Funktion
  • Reverb
  • 9 programmierbare Presets
  • natürliches Glissando
  • Regler für “Gender Bender”, also die Simulation von männlicher oder weiblicher Stimme
  • eingebauter Mikrophon-Vorverstärker und Phantomspeisung
  • symmetrischer XLR-Ausgang

Ich hab jetzt schon gute Lust, mir das Teil zu bestellen. Wenn ich nicht schon so viele Geräte hätte…

Links

Offizielle Seite des Herstellers
Produktseite bei Thomann
MySpace-Seite von Pomplamoose




Tenori-On am Lemur

Tags: , , ,

Mit einem Lemur kann man anscheinend auch alles machen – sogar ein Tenori-On simulieren. Das haptische Erlebnis ist wahrscheinlich nicht gleich wie beim Original, ansonsten hat mich die Simulation aber überzeugt!

Felix’s Machines: Steampunk-Automaten machen Live-Musik

Tags: , , , , , , , ,

Hier ein wunderbares Beispiel eines musikalischen Automaten, angefertigt von Felix Thorn. Der britische Künstler hat eine Reihe von Maschinen entwickelt, die ganze Serie bezeichnet er selbst als Felix’s Machines. Sie bestehen unter anderem aus Teilen von Klavieren, Glockenspielen, Schlagzeugen, Kerzenständern oder Weckern, zusammengehalten von Drähten, Holz und Metall.

Die Kompositionen kommen aus Felix Thorns Hand und werden über einen Computer an die mechanischen Teile übertragen. Jede ausgelöste Note hat auch eine visuelle Komponente – an jedem Klangerzeuger ist eine Leuchtdiode angebracht, die synchron zum Klang aufleuchtet. Dazu der Künstler:

I think it makes it easier because the structure of the music is spelt out visually. For example, if I played my mum a powerful piece of Breakcore-Electronica, she would most probably hate it. If the machines performed the exact same piece, she would enjoy it. Rhythmic structures in music are mathematically interesting and it’s good to see them.

Felix’s Machines sollen keine menschliche Performance nachbilden, wie es z.B. das automatische Klavier tut, sondern für sich selbst stehen und den Zuhörer an der Aufführung einer Maschine teilhaben lassen. Die Maschinen treten auch live auf, wobei sich der Künstler im Hintergrund hält und die Automaten den Auftritt alleine bestreiten. Falls sich ein Go Make Music-Leser in London aufhalten sollte, hat er noch bis 18 Januar die Chance, die Maschinen in der Gasworks Gallery zu sehen.

Schade, dass der Künstler sich nicht die Mühe gemacht hat, ein ordentliches Video seiner Arbeit anzufertigen – die optische Komponente ist in diesem Werk genauso wichtig wie die akustische und kommt im obigen Video nur schlecht zur Geltung.

Ein Interview mit Felix Thorn ist hier nachzulesen.

microKORG XL – Würdiger Nachfolger des Kult-Synthies microKorg?

Tags: , , , , , , , ,


Mit dem microKORG hat KORG einen echten Hit gelandet – seit seiner Einführung im Jahr 2002 hat der Synthie/Vocoder im Retrolook immer mehr Fans angezogen und dabei richtigen Kultstatus erlangt. Und spätestens seit ihn Justice in ihrem Live-Setup verwenden, ist das Ding in aller Munde. Ist ja auch wirklich ein feines Teil – klein, billig und im Stil eines Plastikspielzeugs, mit dem man einfach rumspielen will.

Auf der Suche nach dem Nachfolger

Der erste Versuch von KORG, ein würdiges Nachfolgemodell dafür zu vermarkten, ging nicht so richtig auf. Mit dem KORG R3 wurde 2007 ein Instrument vorgestellt, das es noch nicht in die Herzen der Musiker geschafft hat. Wahrscheinlich, weil der Spielzeug-Charakter nicht so ausgeprägt war, wie beim microKORG.

Nun folgt der zweite Versuch. KORG wird wahrscheinlich Anfang 2009 seinen neuen microKorg XL in die Läden bringen und setzt damit schon dem Namen nach auf das Original. Folgende Neuerungen/Unterschiede ließen sich jetzt schon feststellen:

  • Neuer Look: Das alte Retro-Beige ist verschwunden und wird durch einen laut Hersteller “frischen und gleichzeitig nostalgischen” Style ersetzt. Frisch und nostalgisch? Anscheinend kann sich KORG bei diesem Produkt nicht für eine Richtung entscheiden: Auch die Attribute micro und XL im Namen passen nicht so recht zusammen…
  • Editierbare Sounds: Der microKORG XL soll per USB mit einem Rechner verbunden werden können. So können eigene Patches auf das Instrument gespielt werden.
  • Neue Tastatur mit anderen Proportionen
  • Neues Interface mit weniger und größeren Knöpfen
  • Besseres Mikrofon mit Windschutz
  • Neue Sound-Engine, basierend auf der “Multi Modeling Technology

Man darf gespannt sein, ob der microKORG XL bei der nächsten NAMM-Show zu sehen sein wird und ob sich um ihn ein ähnlicher Kult wie um seinen “kleinen Bruder” aufbauen wird. Hier eines der ersten Videos, die das Teil in Aktion zeigen:

Was meint ihr – kann der neue microKORG den alten noch übertreffen?

Tenori-Off – Das Unplugged Tenori-On zum Selberbauen

Tags: , , , , , , ,

Die richtig coolen Controller wie Monome, Lemur oder Tenori-On kosten alle ein kleines Vermögen. Für diejenigen, die sich sowas nicht leisten können, gibt es nun eine sehr preisgünstige Alternative zum Tenori-On.

Ein smarter Japaner hat das Kult-Instrument von Yamaha auf seine wichtigsten Bestandteile reduziert und es so modifiziert, dass es sogar völlig ohne Stromversorgung auskommt. Damit hat er das Tenori-Off erschaffen. Die vollständige Bauanleitung findet sich auf Kentaro Fukuchis Website.

Eigentlich wollte ich diesen Artikel ja mit “Humor” taggen, nach mehrmaligem Ansehen des Videos bin ich aber echter Fan dieses Instruments. Auf zum Baumarkt!

Das Live-Setup von Justice: Lemur, Microkorg und Ableton Live

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Das ist die Perspektive, die man als Besucher eines Justice-Gigs normalerweise hat. Man sieht die Köpfe von zwei Jungs, die sich hinter ihrem gigantischen Techno-Altar verstecken und dort Dinge treiben, von denen wir niemals etwas erfahren werden. Ich dache bis jetzt, dass Justice auf der Bühne einfach nur DVDs schauen oder gegeneinander Bomberman spielen. Aber anscheinend machen sie live doch mehr viel mehr, als ich angenommen habe. Henrique Kurtz hat während eines Gigs in Rio de Janeiro die folgenden Bilder gemacht, die uns einen sehr aufschlussreichen Einblick in das Live-Setup des französischen Duos geben.

Hier also die Equipment-Liste von Justice:

Auffallend sind dabei vor allem die drei Lemur Multitouch-Controller, die auf den Spieltrieb der Jungs hindeuten. Und darauf, dass die Bandkasse nicht schlecht gefüllt sein kann – kostet ein Lemur doch schlappe 2200€.

Was verwendet ihr auf der Bühne? Jemand unter euch, der 4 x Lemur zu bieten hat?

Danke an Henrique Kurtz für die Fotos und die Erlaubnis, sie zu verwenden. Henrique, thanks for the Pictures!